Kochen an Bord

An Bord zu kochen bedeutet, sich über die folgenden Punkte gedanken zu machen:

  1. Proviantieren
  2. Lagerung von Lebensmitteln
  3. Ausstattung der Pantry (Chartern und eigene Yacht)
  4. Sicherheit beim Kochen

Auf den folgenden Seiten gehen wir näher auf die einzelnen Punkte ein und geben Anregungen zur eigenen Umsetzung. Auch hier sind Kommentare und Verbesserungen herzlichen Willkommen.

Generell gilt

Kochen an Bord eines Schiffes ist etwas Besonderes. Keine Frage. Natürlich kann man sich mit den richtigen Utensilien und Lebensmitteln an Bord eine Kochatmosphäre schaffen, die der von „zu Hause“ ähnelt. Dafür ist jedoch genug Platz und vor allem ruhiges Gewässer eine zwingende Voraussetzung.
Der Brotbackautomat, der Mixer, der Sandwichtoaster oder der Raclette Grill finden leider nur auf den Luxusyachten den entsprechenden Platz. Während bei zuletzt genannten Yachten die Angestellten das Menu entsprechend zubereiten, gilt es an Bord der Charteryacht, oder auf der Eigneryacht das Essen unter eingeschränkten Bedingungen selbst zu zubereiten.

Das Kochen

Die Chartercrew, die meistens aus mehreren zu verpflegenden Personen besteht, hat es da schwieriger als die Eignercrew, die meist nur eine Handvoll Personen zu versorgen hat. Daher gilt vor allem bei der Chartercrew:
Rollen werden klar verteilt.
Oftmals ist der Skipper auch ein guter Smutje (Koch an Bord). Das muss aber nicht immer so sein. Gerade bei großen Crews empfiehlt es sich, die Rollen aufzuteilen oder diese zu rotieren. Der Proviantmeister hingegen sollte von Anfang bis Ende der Gleiche sein, denn dieser kümmert sich um den Einkauf nach Abstimmung mit dem Smutje, und sorgt sich ebenfalls um die artgerechte Lagerung der Lebensmittel. Beim Kochen bekommt der Smutje Unterstützung vom Proviantmeister und natürlich den Crewmitgliedern: Jeder hat seine Aufgabe vor, beim oder nach dem Essen. So kommt es zu keinen Streitereien oder Lästereien. Gleiches gilt eigentlich auch für die Eigneryacht. Wobei hier meist eigene Regeln gelten bzw. das Team gut eingespielt und die Rollenverteilung klar ist und sei es nur, dass man sich jedes Mal mit den Aufgaben abwechselt.

Für Frischluft sorgen

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Dass die Kombüse nach dem Essen (bei Profis gleich während des Zubereitens) wieder aufgeklart wird, ist wohl logisch. So manch ehrgeizige Crew vergisst dabei aber die Frischluft. Spätestens der Skipper bzw. der Eigner macht dann die Crew aufgrund seiner Sorgfaltspflicht auf den Fischgestank unter Deck aufmerksam, der sogleich in alle Kabinen gezogen ist. Lecker. Besonders in der Nacht. Also: Kojen zu bei Gestank und Luken im Salon/der Messe und der Pantry auf und am besten für einen Luftzug sorgen. Gerade im Sommer bei 30 Grad über Deck und 35 Grad unter Deck, ist Kochen am heißen Herd nicht immer ein Vergnügen. Ein Luftzug hilft da ungemein. Denn die Luken an sich, oder der Doradelüfter, bieten meist nur sehr wenig Frischluft, selbst bei viel Wind.
Ob Luxusyacht mit Chefkoch und Kombüsenangestellten, ob Chartercrew im Urlaub oder gar auf der durch die Welt segelnden Eigneryacht, eines gilt immer: Gutes Essen hebt die Laune und sorgt für gute Stimmung an Bord. Als Nebeneffekt wird jeder mit den nötigen Nährstoffen versorgt und der Magen hat etwas zu tun (für die, die nicht so seefest sind).

Also: Seeluft macht hungrig – esst was das Zeug hält.

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