Sicherheit beim Kochen

Das Kochen an Bord eines Schiffes erfordert je nach Wetterlage oder Ausstattung und Größe des Schiffes besondere Sicherheitsvorkehrungen. Wir weisen hier auf ein paar nützliche Tipps zum Thema Sicherheit beim Kochen an Bord eines Schiffes hin, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben. Jedes Schiff ist anders und die Pantry und das Kochen muss auf die jeweiligen Bedingungen angepasst werden. Hier ein paar Stichpunkte:

1. Sicherheits- und Notfallausrüstung

a. Feuer.

Wer an Bord kocht, der hat es vermutlich nicht selten mit offenem Feuer zu tun. Sei es der Grill an der Reling oder im Cockpit oder der Gasherd in der Pantry. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Herdplatten wird dieses Feuer sehr schnell sehr heiß. Es kann also schnell mal passieren, dass Öl in der Pfanne oder andere Gegenstände in der Nähe Feuer fangen. Die Löschdecke sollte daher schnell griffbereit und auch dann zugänglich sein, wenn die Kochstelle brennt (also nicht dahinter oder so). Ebenso sollte der Feuerlöscher die letzte Wartung mitgenommen und ebenfalls einsatzbereit und griffbereit sein. Dass in dem Fall der Gas Hauptabsperrhahn bzw. direkt die Gasflasche zugedreht wird, ist auch nicht immer in der Panik selbstverständlich. Am besten hat man also für solche Fälle einen Notfallplan bereits im Kopf und mit der Crew durchgesprochen. In der Regel ist dies aber bereits Teil der Sicherheitseinweisung des Skippers.

b. Verletzungen.

Scharfe Messer, Feuer bzw. heißes Wasser oder Töpfe in Kombination mit Seegang sind keine gute Sache. Sollte es also mal zum Unfall gekommen sein, dann hilft es ungemein, wenn vorher das Erste Hilfe Kit vollständig und schnell griffbereit für jeden bereit liegt (jeder der Crew sollte wissen, wo das Erste Hilfe Kit zu finden ist).

c. Seekrankheit.

Auch nicht zu unterschätzen. Viele bekommen gerade unter Deck ein flaues Gefühl in der Bauchgegend. Wenn Seegang angesagt ist, dann hilft es also auch hier, die entsprechenden Mittel gegen Seekrankheit parat liegen zu haben, um sie rechtzeitig einnehmen zu können. Denn ist man erst mal seekrank, dann hilft das Mittel auch nicht mehr (außer Zäpfchen – die bleiben meistens drin, da die Muskeln noch funktionieren).

2. Kochausrüstung / Kochutensilien

a. Die Gasanlage.

Die Gasanlage sollte zuvor auf Dichtigkeit und geprüft und den Vorschriften einer zeitgemäßen Gasanlage genügen (Prüfprotolle checken, Druckminderer okay, Leitungen, Gasherd, Gasofen, etc.). Dies bedeutet also auch, dass der Gaskasten über der Wasserlinie liegt und unten einen Auslass nach Außenbords sowie die Gasanlage ein Gasabsperrventil besitzt.

b. Herd und Ofen.

Die Kochgelegenheiten sollten die Möglichkeit aufweisen, Töpfe/Pfannen und Auflaufformen zu arretieren, sodass diese nicht von der Stelle rutschen, wenn die nächste Welle kommt. Die meisten Modelle sind heute kardanisch auf gehangen, bewegen sich also mit dem Seegang und bleiben daher einigermaßen in Waage. Sollte dies nicht der Fall sein, so empfiehlt es sich ein entsprechendes Modell nachzurüsten (siehe ENO Gasherde oder Herd-Ofen Kombis).

c. Plastik Geschirr.

Neben dem „Guten“ Geschirr, welches bei Schönwetter ausgepackt wird, empfiehlt es sich bei entsprechendem Seegang unterwegs oder an der Boje Plastik Geschirr parat zu haben. Denn nicht selten liegt hier bei der nächsten Welle etwas auf dem Boden und sorgt mit Scherben und Splittern für nachfolgende Katastrophen. Zu nennen sei hier z.B. Becher, Gläser, Teller, Schälchen usw.

d. Antirutschbelag in Pantry und auf dem Tisch.

Damit die Gläser, Töpfe und die Teller auch in Plastikausführung dort bleiben, wo man sie zuletzt abgestellt hat, raten wir auch hier bei entsprechendem Seegang zu der (zugegeben manchmal hässlichen) antirutsch Tischdecke bzw. Belag für die Pantry.

3. Vorbereitungen sind die halbe Miete!

a. Genug Essen und Trinken an Bord?

Auch das gehört zum Thema Sicherheit, denn bei großer Crew, im Sommer, ohne Supermarkt in der Nähe oder eben auf langen Törns wie bei einer Atlantiküberquerung oder gar Weltumsegelung, ist Essen und Trinken für längere Zeit ein Must-Have. Es sollte immer ein bisschen mehr an Bord sein als nötig. Die Notfallration. Der Klassiker z.B.: Nudeln. Erst recht dann, wenn man keine Zwischenstopps geplant hat oder kein Supermarkt verfügbar ist.

b. Kochablauf vorausplanen.

Denn: Ist Seegang vorprogrammiert, dann wird das Kochen unterwegs oder an der Boje oder vor Anker nicht zum Vergnügen. Zutaten werden gesucht, Werkzeug ebenso. Unser Tipp also: Alles Nötige bereits vorab so hinlegen oder verstauen, dass es im entsprechenden Moment verfügbar ist. Kochtöpfe, Messer (ggf. in sicherer Box), Zutaten, Geschirr, usw…

c. Unnütze Dinge kommen weg.

Denn sie werden nicht benötigt und stören nur. Gerade wenn sie offen herum stehen und den Smutje bei der Arbeit stören. Für den Ordnungsfreak eine klare Sache, für so manchen Schlunz eine Herausforderung, aber wenn man sich in der Mitte trifft, dann passt das meist sehr gut. Außerdem gibt es ja Helfer!

d. Bei extremer Wettervorhersage: Vorkochen.

Genau – denn dann hilft es auch meistens nicht viel, das Kochen an sich vorauszuplanen. Denn dann wird es auch für den Smutje und die Crew schwierig, überhaupt etwas zu kochen. Sollte also Seegang und viel Wind angesagt sein, dann ist die Vorbereitung von Speisen für die kommenden Mahlzeiten eine gute Lösung. Natürlich helfen im Notfall auch Snacks (auch parat haben), aber die heben im Gegensatz zu einem gut durchgezogenen und schmackhaften Kartoffel- oder Nudelsalat mit Baguette nicht ganz so gut die Laune. Auch andere Gerichte lassen sich aus Resten zu hervorragenden Seegangsmahlzeiten vorbereiten.

4. Unfallverhütung

a. Alkohol während den Mahlzeiten und dessen Vorbereitung

Immer ein Thema, auch beim Segeln. Es kommt sicher auf die Situation an, die man immer individuell entscheiden muss. Die Fragen, die man sich immer stellen muss sind: Sind wir unterwegs und ist daher Alkohol Tabu? Sind wir fest im Hafen und ist daher Alkohol, also Wein und Bier in Ordnung? Oder sind wir an einem unsicheren Ankerplatz und müssen diesen ggf. verlassen? Gleiches gilt für anstehende Etappen nach den Mahlzeiten oder gar Nachtfahrt. Immer gilt: Alkohol sorgt für ein Sicherheitsrisiko, da die Sinne betrübt werden. Für mehr Sicherheit sorgt daher ein bewusster und situationsgerechter Genuss von Alkohol zu den Mahlzeiten.

b. Scharfe und spitze Gegenstände.

Um Unfälle an Bord zu vermeiden sind Messer und andere scharfe Gegenstände während des Kochens so abzulegen, dass sich diese nicht auf Trittflächen oder an Griffflächen bei Seegang befinden. Gerade im Sommer, wenn man gerne auch mal Barfuß an Bord unterwegs ist, ist dies ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko.

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